Um 23:30 Uhr. Heute unter dem Titel „Erst der Verrat und dann die Lüge“
mit Hans- Georg Aschenbach, DDR-Olympiasieger, Republikflüchtling und Sportmediziner in zwei deutschen Staaten. Die Fragen stellen Herbert Fischer-Solms und Michael Barsuhn.

Hans-Georg Aschenbach

In dieser Woche hatten die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Zentrum deutsche Sportgeschichte nach Berlin geladen zu einem Themenabend über „Sportverräter ? Fluchthilfe im deutsch-deutschen Sport“. Bis zum Mauerfall 1989 verliessen mehr als drei Millionen Menschen die DDR, viele von ihnen illegal und unter riskanten Umständen. Gelegentlich waren auch Spitzensportler, Trainer und Sportwissenschaftler darunter. Einer der prominentesten Sport-Flüchtlinge der DDR war der Skisprung-Olympiasieger von 1976, Hans-Georg Aschenbach. Der Sportmediziner blieb im Sommer 1988 nach einem Skispringen in Hinterzarten im Schwarzwald in der Bundesrepublik und wurde nach seinen schonungslosen Presse-Enthüllungen über das flächendeckende DDR-Staatsdoping von Ost-Berlin zum Staatsfeind erklärt.

Link zum Sportgespräch auf der Seite des Deutschlandradios

Eine Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Zentrum deutsche Sportgeschichte am Abend des 4. August 2010. Trotz Sommerloch konnte die Stiftung in ihren Räumlichkeiten in Berlin-Mitte über 100 Besucher begrüßen.

Einige Impressionen:

Auf dem Podium diskutierten Skisprung-Olympiasieger Hans Georg Aschenbach, der mitsamt seinem Dopingwissen 1988 flüchtete und die beiden Turner Eberhard Gienger, bundesdeutscher Turnweltmeister von 1974 und heutiges Mitglied im Deutschen Bundestag sowie Wolfgang Thüne. In Giengers Opel Manta gelang Thüne 1975 die abenteuerliche Flucht in den Westen. Moderiert wurde die Runde von Robert Ide, Ressortleiter Sport des Tagesspiegel.

Medienecho:

Sportjournalist Jens Weinreich berichtet im Deutschlandfunk, in der Stuttgarter Zeitung und in seinem Blog.

Unter dem Titel „Die sieben Geheimnisse des deutschen Fußballs“ widmet sich ZDF-History der deutschen Fußballgeschichte. Als sporthistorische Experten kommen meine Kollegin Dr. Jutta Braun und ich zu Wort (derzeit beide tätig an der Universität Potsdam). Folgende 7 Themen werden in der Sendung behandelt, zum Nachsehen in der Mediathek des ZDF.

Wunder von Bern 1954
Das Todesspiel von Kiew 1942
Verbotene Spiele: die Geschichte des Frauenfußballs
Der Einfluss der Stasi auf den Fußball: der Fall Lutz Eigendorf
Der Bundesligaskandal 1971/72
Kampf gegen ein Tabu: Homosexualität und Fußball
Ausgrenzung jüdischer Sportler im NS – der Fall des Fußballers Julius Hirsch

Historisch-politische Bildung durch Sportgeschichte

Sportgeschichte ist ein wichtiges und attraktives Mittel zur historisch-politischen Bildung. Große Teile der Bevölkerung lassen sich über den Sport erreichen. Sport bietet auf den ersten Blick das, was Politik und Geschichte nicht verkörpern: Spaß, Leidenschaft und Lebensfreude. Um die Potentiale der Sportgeschichte nutzbar zu machen, wurde 2004 das Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. (ZdS) ins Leben gerufen. Auf vielfältige Art und Weise – mit Publikationen, Vorträgen und Ausstellungen – widmet sich das ZdS der Faszination und den Schattenseiten des Sports.

Liebe Leserinnen und Leser,

am 11. Mai 2010 eröffnet im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die bislang größte Ausstellung zum Thema Sport und Politik. Zuvor war die Schau bereits im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu besichtigen. Insgesamt zweieinhalb Jahre lang haben meine Kolleginnen/Kollegen und ich Geschichten recherchiert, Exponate gesammelt, Interviews geführt und Videosequenzen gesichtet. Ein Besuch in Bonn lohnt sich…

Rezensionen Bonn

General-Anzeiger Bonn
Kölner Stadt-Anzeiger

Rezensionen Leipzig

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Tageszeitung
Deutschlandfunk
Die Welt
Die ZEIT

Torsten Haselbauer für die TAZ

Sport im geteilten Deutschland. Binationale Kampfzone

Eine Ausstellung zeigt, wie sich die beiden deutschen Staaten in den 50er-Jahren im „großen und kleinen Sportverkehr“ begegneten, oft ohne ideologische Barrieren VON TORSTEN HASELBAUER

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Thomas Purschke im Deutschlandfunk

Wir gegen uns. Ausstellung „Sport im geteilten Deutschland“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Die Ausstellung beschreibt ausführlich und in dieser Form bisher erstmalig die diametral gegenläufige Entwicklung des Sports in den beiden deutschen Staaten. Während in der DDR die SED den Sport zum Aufbau der sozialistischen Gesellschaft politisch instrumentalisierte, betonte der Sport in der Bundesrepublik zwar seine Unabhängigkeit, war aber auch weder ideologie- noch dopingfrei. VON THOMAS PURSCHKE

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28. Dezember 2009

Sportvereine erleichtern die Integration

Studie über die gesellschaftliche Bedeutung von Sport bei Zuwanderung erschienen

Von Michael Barsuhn

Mehrere hundert Migrantensportvereine gibt es in Deutschland. Bisher ist allerdings noch nicht umfassend untersucht worden, ob diese die Integration von Zuwanderern fördern oder erschweren. Der Potsdamer Sportsoziologe Silvester Stahl hat diese Forschungslücke nun geschlossen.

Deutschlandfunk, 26.12.2009

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Diese Frage stellt sich beim Kinofilm „Berlin 36. Die wahre Geschichte einer Siegerin“. Zwei Hauptfiguren rücken beim Olympiadrama ins Blickfeld. Gretel Bergmann, gespielt von Karoline Herfurth, und Dora Ratjen, verkörpert durch Sebastian Urzendowsky. Im Film entwickelt sich zwischen den beiden Außenseiterinnen, der Jüdin Bergmann und der maskulin wirkenden Ratjen, eine innige Beziehung, die es in Wahrheit so nie gegeben hat.

Gerade dem Schicksal Dora Ratjens wird der Film nicht gerecht. Ratjen kann sich darüber nicht mehr beklagen. Er verstarb 2008 im Alter von 89 Jahren.

Nun sind Abweichungen von der historischen Realität im Film nicht unüblich. Problematisch wird der Fall jedoch dadurch, dass die Filmproduktion für sich in Anspruch nimmt, mit „Berlin 36″ die  historische Wirklichkeit abzubilden und damit auch offensiv wirbt.

Hier könnt Ihr lesen und hören, was ich von dem Fall halte, im Anschluss findet Ihr dann einen Pressespiegel zur Kontroverse um den Film.

Deutschlandfunk, 13.09.2009

Wahre Geschichte?
Historiker-Streit um Kinofilm „Berlin 36″
Von Michael Barsuhn

Er erzählt das tragische Schicksal der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann, doch die als historischer Kinofilm angespriesene Erzählung „Berlin 36″ weist inhaltliche Fehler auf. Der Regisseur verteidigt sich: Ohne diese seien Situationen „viel langweiliger geworden“.

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Frankfurter Rundschau, 14.09.2009

Konstrukt statt Wahrheit
Von Michael Barsuhn

Berlin im Sommer 1936. Bei den Olympischen Spielen unter dem Hakenkreuz steht der Hochsprungwettbewerb der Frauen kurz vor der Entscheidung. Die 17-jährige Deutsche Dora Ratjen läuft an, springt und reißt die Latte, auch im letzten Versuch. Ratjen muss sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Im Zentrum der von Regisseur Kaspar Heidelbach erzählten Version der Ereignisse steht die Freundschaft zwischen Dora Ratjen (Sebastian Urzendowsky) und der Jüdin Gretel Bergmann (Karoline Herfurth), eine Freundschaft, die es jedoch so nie gegeben hat. Dies belegt das auf historischen Fakten beruhende Buch zum Film „Berlin 36″ von Jutta Braun und Berno Bahro von der Universität Potsdam, außerdem Bergmanns Autobiographie und jüngste Interviews mit ihr, die heute 95-jährig in New York lebt.

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Deutschlandfunk, 19.09.2009

Keine wahre Geschichte
Kontroverse um den Kinofilm „Berlin 36″ spitzt sich zu
Von Michael Barsuhn

Der Film „Berlin 36″ behauptet im Untertitel, „die wahre Geschichte einer Siegerin“ zu erzählen. Doch mehrere Historiker und neue Recherchen widerlegen dies. Der Film erzählt bewusst historische Unwahrheiten und will dennoch als Unterrichtsmaterial herhalten.

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